Beschreibung
Inhaltsangabe:Einleitung: Diese Arbeit beschäftigt sich mit Frauenfiguren aus verschiedenen Romanen und Erzählungen der türkischen Migrantenliteratur. Es soll gezeigt werden, wie Frauen in der deutschsprachigen Literatur von Autorinnen und Autoren türkischer Herkunft dargestellt werden. Die heute überwiegend als Migrantenliteratur bezeichnete Literatur hat, besonders die Namensfindung betreffend, eine lange historische Entwicklung aufzuweisen. Bezug nehmend auf die aus dem Ausland angeworbenen Arbeitskräfte in den Fünfziger- und Sechzigerjahren wurde die Literatur der aus dem Ausland kommenden Autoren anfangs Gastarbeiterliteratur genannt. Heidrun Suhr machte 1989 darauf aufmerksam, dass es sehr schwierig sei, für dieses, sich in der deutschen Literatur neu entwickelnde Feld einen nicht zweideutigen Begriff zu finden und stellte fest, dass der Begriff Gastarbeiterliteratur zu beschränkt sei und negative Assoziationen freisetzte. Ebenso empfand sie die Begriffe Ausländer- oder Migrantenliteratur als zu allgemein. Die Bezeichnung Migrantenliteratur erweist sich für die vorliegende Arbeit jedoch als die passendste, da die Literatur von Migrantinnen und Migranten im Mittelpunkt steht. Gestützt wird diese Entscheidung von einer Definition Karin Yesiladas: In einem Land, das die Einwanderung ausdrücklich ablehnt [...] wäre es ein Politikum, von Immigrantenliteratur zu sprechen. Wenn sie also nicht eingewandert sind, so sind sie doch zumindest gewandert. Da wandern übersetzt ins Fachlatein einfach nur migrieren heißt, ergibt sich die (Not-)Lösung von selbst: Man spricht am besten von der Migrantenliteratur, oder, unpersönlicher, von der Migrationsliteratur. Standen in der Anfangszeit der Migrantenliteratur noch Symbole wie Bahnhof und Koffer und Themen wie die Migration, die Sehnsucht nach der Heimat und die Ankunft in Deutschland im Vordergrund der literarischen Verarbeitung, so sollen in der vorliegenden Arbeit anhand exemplarisch ausgewählter Migrantenliteratur ab den Achtzigerjahren Frauenfiguren fokussiert werden. In dieser Arbeit soll geprüft werden, inwieweit die Frauenfiguren aus der behandelten Literatur die soziale Wirklichkeit abbilden. Für den Vergleich dienlich sind Bücher, Berichte und Aufsätze, die sich auf soziologischer Ebene mit der türkischen Gesellschaft und insbesondere mit der Stellung der Frau befassen. Die mit dem Thema eng verbundene Genderproblematik wird hier zwar nicht außer Acht gelassen, doch das Hauptaugenmerk [¿]
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